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Die WordPress-Timeline

Die WordPress-Timeline: Von einem einfachen Blogging-Tool zum weltweit beliebtesten CMS. Entdecken Sie die Meilensteine, die das Internet verändert haben.

💻 WebentwicklungVeröffentlicht am 31. Dezember 2025 | Lesezeit: ca. 14 Minuten | Autor: Pragma-Code Redaktion
Futuristische Visualisierung von WordPress Code-Blöcken

Die Evolution von WordPress: Wie ein kleiner Open-Source-Fork aus dem Jahr 2003 zum globalen Betriebssystem des Webs wurde – und warum offene Datenstrukturen 2026 im Zeitalter generativer KI wichtiger sind denn je.

Teil unserer Themen-Hub-Serie:

Dieser Artikel ist ein vertiefender Fachbeitrag aus unserem Content-Cluster. Entdecken Sie die vollständige Übersicht auf unserer Hauptseite:WordPress zu Next.js Migration

AI Context 2026

WordPress im Zeitalter der Answer Engines

Warum die offene Datenstruktur und die „Data Liberation“ von WordPress im Jahr 2026 die wichtigste Grundlage für Ihre GEO-Strategie (Generative Engine Optimization) und den Schutz Ihrer Content-Souveränität sind.

Executive Summary
  • Evolution vom Blog zum CMS: WordPress hat sich in über zwei Jahrzehnten vom einfachen Weblog-Tool zum dominierenden Betriebssystem des Webs entwickelt, das heute über 43% aller Websites antreibt.
  • Open-Source-Erfolgsfaktor: Durch GPL-Lizenzierung, ein riesiges Plugin- und Theme-Ökosystem und die Block-Revolution (Gutenberg) blieb WordPress flexibel, erweiterbar und herstellerunabhängig.
  • Moderne Enterprise-Option: Mit der REST API, der Interactivity API und Headless-Architekturen (z. B. mit Next.js oder Astro) verbinden Unternehmen benutzerfreundliche Redaktion mit kompromissloser Core Web Vitals Performance.

Einleitung: Das Betriebssystem des Webs

Wenn wir über die Infrastruktur des modernen Internets sprechen, denken wir oft an Unterseekabel, riesige Rechenzentren oder globale Cloud-Plattformen. Doch auf der Anwendungsebene gibt es einen Giganten, der still und leise fast die Hälfte des Webs antreibt: WordPress.

Mit einem Marktanteil von über 43% aller Websites weltweit ist WordPress längst kein einfaches Blogging-Tool mehr. Es ist das faktische Betriebssystem des Internets. Von kleinen mittelständischen Handwerksbetrieben über DAX-Konzerne bis hin zu internationalen Medienhäusern und Regierungsorganisationen – sie alle vertrauen auf dieses Open Source Ökosystem. Aber wie konnte ein kleines Projekt, das von zwei Entwicklern in ihrer Freizeit gestartet wurde, zu einer solchen weltweiten Dominanz gelangen?

In diesem Leitfaden zeichnen wir die faszinierende Reise von WordPress nach. Wir beleuchten die technischen Meilensteine, die strategischen Architektur-Entscheidungen und die Herausforderungen, die die Plattform geformt haben. Für Sie als IT-Entscheider, CTO und Geschäftsführer ist diese Historie mehr als nur Nostalgie – sie ist der Schlüssel zum Verständnis, warum offene Standards proprietäre Softwarelösungen langfristig schlagen und warum WordPress auch in der Ära von KI-Suchmaschinen (GEO) und Headless-Architekturen hochrelevant bleibt.

2003: Der Ursprung & die GPL-Lizenz

Matt Mullenweg und Mike Little forken das aufgegebene b2/cafelog und veröffentlichen WordPress 0.7. Die strikte GPL-Lizenz sichert dauerhafte Unabhängigkeit von proprietären Lizenzmodellen.

2004–2005: Plugins & das Theme-System

Version 1.2 („Mingus“) führt die modulare Plugin-Architektur ein. Version 1.5 trennt Design und Code durch Themes – die Geburtsstunde eines weltweiten Entwickler-Ökosystems.

2010–2011: Custom Post Types & WooCommerce

Mit Version 3.0 transformiert sich WordPress vom Blog zum vollwertigen CMS. Der Launch von WooCommerce im Jahr 2011 etabliert die Plattform im E-Commerce.

2016: REST API Core-Integration

Version 4.7 integriert die REST API fest in den Core. WordPress öffnet sich als universelle Datenquelle für mobile Apps und moderne entkoppelte Headless CMS Architekturen.

2018–2022: Gutenberg & Full Site Editing (FSE)

Der blockbasierte Gutenberg Editor und Full Site Editing standardisieren semantisch sauberes HTML und ermöglichen visuelles Layouting ohne Programmierkenntnisse.

2024–2026: Interactivity API, GEO & Data Liberation

WordPress 6.5 bis 6.8 bringt native Frontend-Reaktivität, strukturierte Block Bindings, optimale LLM-Indexierung für KI-Crawler und garantierte Content-Souveränität.

Kapitel 1: Der Fork, der alles veränderte (2001-2003)

Das Ende von b2/cafelog

Die Entstehungsgeschichte beginnt eigentlich nicht mit dem Markennamen WordPress, sondern mit einer Software namens b2/cafelog. Der französische Programmierer Michel Valdrighi entwickelte diese Blogging-Plattform Anfang der 2000er Jahre in PHP und MySQL. Einer der begeisterten Nutzer war ein US-amerikanischer Student namens Matt Mullenweg, der b2 nutzte, um Fotos seiner Reise nach Washington D.C. zu veröffentlichen. Ein weiterer aktiver Nutzer war Mike Little, ein erfahrener Software-Entwickler aus Großbritannien.

Im Frühjahr 2003 verschwand Valdrighi plötzlich ohne Ankündigung aus der Entwickler-Community. Die Pflege von b2 kam vollständig zum Stillstand, obwohl gravierende Sicherheitslücken und funktionale Einschränkungen bekannt waren. Matt Mullenweg stand vor einem klassischen Dilemma: Er nutzte eine Plattform, die er schätzte, deren Weiterentwicklung jedoch blockiert war. In einem legendären Blogbeitrag vom Januar 2003 formulierte er den Gedanken, den Quellcode auf Basis der Open-Source-Lizenz abzuspalten („forken“). Mike Little antwortete mit dem historischen Kommentar: „If you're serious about forking b2, I'm interested.“

Die Geburt von WordPress 0.7

Am 27. Mai 2003 veröffentlichten Mullenweg und Little offiziell die Version WordPress 0.7. Der Name „WordPress“ wurde von Matts Freundin Christine Tremoulet vorgeschlagen. Die erste Fassung basierte im Kern noch auf dem Code von b2, führte jedoch bereits wesentliche Verbesserungen ein: eine überarbeitete Administrationsoberfläche, XHTML-konforme Templates und eine strikte Einhaltung von Webstandards.

Die fundamentale Weichenstellung war jedoch rechtlicher Natur: Die uneingeschränkte Lizenzierung unter der GNU General Public License (GPLv2). Diese Lizenz garantierte für alle Zeiten, dass der Quellcode von jedem eingesehen, modifiziert, weiterverbreitet und kommerziell genutzt werden darf, solange abgeleitete Werke ebenfalls frei bleiben. Diese Klausel schützte WordPress vor einer späteren feindlichen Monopolisierung und legte das ethische Fundament für das Vertrauen tausender Entwickler weltweit.

Tech-Fact: Der LAMP-Stack

WordPress setzte von Beginn an auf den LAMP Stack (Linux, Apache, MySQL, PHP). Diese Technologieentscheidung erwies sich als strategischer Geniestreich: Während Java- oder ASP.NET-Systeme teure Spezialserver erforderten, lief PHP auf jedem 2-Euro-Shared-Hosting-Paket weltweit. Dies senkte die Einstiegshürde radikal und ermöglichte ein explosives exponentielles Wachstum.

Kapitel 2: Der Aufstieg durch Plugins und Themes (2004-2009)

Der vielleicht folgenschwerste Schritt in der Architekturgeschichte von WordPress war die Einführung des Hooks- und Filtersystems mit Version 1.2 (Codename „Mingus“, benannt nach Jazz-Legende Charles Mingus) im Mai 2004.

Plugins: Die Demokratisierung der Funktionalität

In frühen CMS-Systemen mussten Entwickler den Quellcode der Kernanwendung direkt anpassen, um zusätzliche Funktionen bereitzustellen. Das Resultat waren sogenannte „Spaghetti-Forks“, die bei jedem Sicherheitsupdate des Herstellers unweigerlich brachen. Mit der Einführung der Plugin API trennte das WordPress-Entwicklerteam um Ryan Boren den Kerncode strikt von Erweiterungen.

Über definierte Einstiegspunkte (Actions und Filters) konnten externe Entwickler in den Verarbeitungszyklus einer Anfrage eingreifen, ohne auch nur eine einzige Zeile des Kernsystems zu verändern. Binnen weniger Monate entstand das bis heute größte Ökosystem für Web-Erweiterungen. Unternehmen und Solopreneure konnten per Mausklick hochentwickelte SEO Werkzeuge, Kontaktformular-Generatoren, E-Mail-Marketing-Schnittstellen und Spamschutz-Filter (wie Akismet) installieren.

Themes und der „Kubrick“-Look

Im Februar 2005 folgte mit Version 1.5 („Strayhorn“) der nächste Meilenstein: Das Theme System. Bis dahin waren Layout und Programm-Logik eng miteinander verwoben. Durch die Einführung einer standardisierten Template-Hierarchie (header.php, index.php, single.php, footer.php) wurde das visuelle Design vollständig von der Inhaltsdatenbank entkoppelt.

Das mitgelieferte Standard-Theme „Default“ (bekannt als Kubrick, entworfen von Michael Heilemann) mit seinem charakteristischen blauen Farbverlauf prägte für ein halbes Jahrzehnt das Erscheinungsbild von Millionen Websites. Für Webdesigner entstand über Nacht eine florierende Industrie: Themes konnten separat gestaltet, gekauft und ausgetauscht werden, ohne bestehende Beiträge oder Seiten zu gefährden.

„Code is Poetry.“ – Dieser Leitspruch im Footer jeder Installation wurde zum Bekenntnis der WordPress-Gemeinschaft, Software nicht nur zweckmäßig, sondern mit Eleganz, Lesbarkeit und Rücksicht auf Standards zu entwickeln.

Kapitel 3: Vom Blog zum CMS (2010-2015)

Bis zum Ende des ersten Jahrzehnts haftete WordPress das Image einer reinen Weblog-Software an. Wer anspruchsvolle Unternehmensauftritte, mehrsprachige Portale oder komplexe Datenbankstrukturen benötigte, griff standardmäßig zu Systemen wie TYPO3, Drupal oder Joomla. Diese Wahrnehmung änderte sich fundamental im Juni 2010 mit dem Release von WordPress 3.0 („Thelonious“).

Custom Post Types: Der fundamentale Gamechanger

Die Einführung von Custom Post Types (CPT) und benutzerdefinierten Taxonomien war der Moment, in dem WordPress zum universellen CMS heranreifte. Bis Version 3.0 kannte die interne Datenbankarchitektur im Wesentlichen zwei Inhaltstypen: chronologische „Beiträge“ (Posts) und hierarchische „Seiten“ (Pages).

Mit CPTs erhielten Entwickler die Freiheit, beliebige strukturierte Entitäten im System anzulegen: „Produkte“, „Immobilienobjekte“, „Mitarbeiterprofile“, „Fallstudien“, „Veranstaltungstermine“ oder „Stellenangebote“. In Kombination mit benutzerdefinierten Feldern (Custom Fields / ACF) ließen sich hochkomplexe relationale Datenmodelle abbilden.

Die unternehmerische Konsequenz:
Software-Agenturen konnten nun vollwertige Enterprise-Webanwendungen auf der stabilen Basis von WordPress realisieren. Der Launch des E-Commerce-Plugins WooCommerce im Jahr 2011 (gegründet von WooThemes, 2015 von Automattic übernommen) war der direkte Nutznießer dieser CPT-Architektur: Produkte, Bestellungen und Gutscheine waren technisch maßgeschneiderte Post-Types. Heute treibt WooCommerce über 25% aller Online-Shops im weltweiten E-Commerce an.

Die Ära der visuellen Page Builder

Mit der zunehmenden Komplexität von Unternehmensseiten geriet der ursprüngliche WYSIWYG-Texteditor (TinyMCE) an seine Grenzen. Marketing- und Design-Teams forderten mehrspaltige Raster, Akkordeons, Slider und ansprechende Hero-Sektionen, ohne für jede Designanpassung einen Programmierer beauftragen zu müssen.

Der Markt reagierte mit der Entwicklung visueller Page Builder. Pioniere wie Visual Composer (später WPBakery), Divi und ab 2016 insbesondere Elementor revolutionierten die Erstellung von Webseiten. Per Drag-and-Drop ließen sich responsive Layouts in Echtzeit gestalten. Dies beschleunigte die Marktdurchdringung im Mittelstand dramatisch, führte jedoch bei unachtsamer Nutzung auch zu technischen Schulden in Form von aufgeblähtem DOM-Code („Div-Soup“) und verlangsamten Ladezeiten.

Kapitel 4: Die REST API und die Modernisierung (2015-2017)

Mitte der 2010er Jahre erlebte die Software-Industrie einen Paradigmenwechsel. Moderne JavaScript-Frameworks wie React, Vue.js und Angular gewannen rasant an Bedeutung. Das klassische serverseitige PHP-Rendering (Server-Side Rendering im monolithischen Verbund), bei dem jeder Seitenklick einen kompletten HTTP-Roundtrip mit anschließendem Neuladen des gesamten Browserfensters erforderte, stieß gegenüber flüssigen Single Page Applications (SPAs) an konzeptionelle Grenzen.

Öffnung für die modulare Welt

Die Antwort des WordPress-Core-Teams war eines der ambitioniertesten Infrastruktur-Projekte der Projektgeschichte: Die vollständige Integration der standardisierten REST API in den Kern (abgeschlossen in WordPress 4.7 im Dezember 2016).

Durch diese Schnittstelle wandelte sich WordPress von einem monolithischen, in sich geschlossenen Webseiten-Generator zu einer hochgradig flexiblen, JSON-basierten Datenquelle. Entwickler konnten nun über standardisierte HTTP-Methoden (GET, POST, PUT, DELETE) auf Beiträge, Medien, Benutzerdaten und benutzerdefinierte Felder zugreifen.

Native Mobile Apps

Mobile Apps (iOS & Android) beziehen redaktionelle Inhalte, Medien und Nutzerauthentifizierung dynamisch über die standardisierte REST API & WPGraphQL.

ERP- & CRM-Synchronisation

Externe Unternehmenssysteme (z. B. SAP, Microsoft Dynamics, HubSpot) synchronisieren Produktkataloge, Lagerbestände und Kundenaufträge in Echtzeit mit WooCommerce.

Moderne Headless Frontends

Frontend-Entwickler bauen blitzschnelle Next.js-, React- oder Astro-Oberflächen, die WordPress als vertrautes, entkoppeltes Headless CMS im Backend nutzen.

Experten-Tipp: Headless WordPress Architektur

Durch die Entkopplung von WordPress-Backend und einem modernen Next.js- oder Astro-Frontend erreichen Unternehmen perfekte Core Web Vitals (100/100 PageSpeed-Score) und reduzieren gleichzeitig die Sicherheitsangriffsfläche im öffentlichen Web auf ein absolutes Minimum.

Kapitel 5: Gutenberg und die Block-Revolution (2018-Heute)

Der große Paradigmenwechsel: WordPress 5.0

Im Dezember 2018 vollzog das Projekt unter der Leitung von Matt Mullenweg die radikalste Transformation seit seiner Gründung. Der über 15 Jahre genutzte klassische Editor wurde durch einen vollständig neuen, JavaScript-basierten Block-Editor mit dem Codenamen Gutenberg ersetzt.

Die Einführung stieß in der Community zunächst auf erhebliche Vorbehalte. Viele Agenturen fürchteten um gewohnte Redaktions-Workflows und Kompatibilitätsprobleme mit bestehenden Plugins. Doch die strategische Vision war zwingend notwendig: Um gegenüber modernen SaaS-Baukästen wie Webflow, Notion oder Squarespace konkurrenzfähig zu bleiben, musste WordPress auf ein modulares Block-Paradigma umgestellt werden. Unter Gutenberg ist jedes Inhaltselement – Absätze, Überschriften, Bildergalerien, Zitate oder dynamische Widgets – ein eigenständiger Block mit isolierten Attributen und sauberem semantischem HTML-Markup.

Full Site Editing (FSE) & die Interactivity API

Mit WordPress 5.9 (2022) und den nachfolgenden Releases wurde das Block-Konzept auf das gesamte Layout ausgeweitet. Unter dem Begriff Full Site Editing (FSE) bearbeiten Redakteure und Designer heute Kopfzeilen, Navigationsmenüs, Fußzeilen und Seitenvorlagen direkt im visuellen Site Editor, ohne PHP-Dateien anfassen zu müssen.

In den Releases von 2024 bis 2026 (WordPress 6.5 bis 6.8) erreichte diese Evolution ihren vorläufigen Höhepunkt:

Interactivity API

Ein standardisiertes Framework für reaktive Frontend-Interaktionen (z. B. Live-Suchen, Warenkorb-Updates, dynamische Filter), das ohne schwere clientseitige JavaScript-Bundles auskommt und Bestwerte bei der Metrik Interaction to Next Paint (INP) liefert.

Block Bindings API

Ermöglicht es, native Gutenberg-Blöcke direkt mit benutzerdefinierten Feldern (Post Meta) oder externen Datenquellen zu verknüpfen, ohne eigene Block-Typen programmieren zu müssen.

Data Views

Vollständig modernisierte, performante Listenansichten und administrative Oberflächen für Seiten, Vorlagen, Muster und Medien im WordPress Core.

Kapitel 6: WordPress im Enterprise-Umfeld

Ein hartnäckiger Mythos besagt, dass WordPress ausschließlich für kleinere Websites oder persönliche Blogs geeignet sei. Die Realität moderner Enterprise-IT-Infrastrukturen widerlegt dieses Vorurteil eindrucksvoll. Global agierende Konzerne, führende Medienverlage und Bundesbehörden setzen auf WordPress als Kernkomponente ihrer digitalen Plattform-Strategie.

Skalierbarkeit im Enterprise-Maßstab

Globale Medienhäuser wie TechCrunch, Time.com, Disney und Sony Music wickeln Millionen Pageviews pro Stunde über WordPress ab. Durch Edge-Caching (Cloudflare, Fastly), Redis-Objekt-Caching und relationale Read-Replicas skaliert die Plattform mühelos.

Sicherheit durch Architektur & WAF

Im professionellen Enterprise-Betrieb schützen Web Application Firewalls (WAF), restriktive Berechtigungskonzepte, automatisierte Schwachstellen-Scans und Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) vor unbefugten Zugriffen. 90% aller Vorfälle im Web resultieren aus veralteten Plugins, nicht dem Kernsystem.

Unschlagbares Ökosystem & Flexibilität

Für jede geschäftliche Anforderung existieren erprobte Enterprise-Lösungen: WooCommerce für skalierbaren Handel, moderne Übersetzungs-Frameworks für Mehrsprachigkeit und Managed-Hosting-Plattformen (z. B. WP Engine, Kinsta) mit automatisierten Staging-Umgebungen.

Entscheidend für den Enterprise-Erfolg ist die strikte Trennung von Entwicklungs-, Staging- und produktiven Live-Umgebungen. Durch moderne Containerisierung (Docker/Kubernetes), Infrastructure-as-Code (Terraform) und automatisierte CI/CD-Pipelines (z. B. via GitHub Actions) fügt sich WordPress nahtlos in professionelle IT-Governance- und Compliance-Standards ein.

Kapitel 7: Der Blick in die Zukunft – KI und Data Liberation

Künstliche Intelligenz im Redaktionsalltag

WordPress integriert zunehmend generative KI-Werkzeuge direkt in den Redaktions-Workflow. Erweiterungen wie der Jetpack AI Assistant unterstützen Content-Teams bei der Formulierung von Texten, der automatisierten Übersetzung in mehrere Sprachen und der Generierung präziser Alt-Texte für Barrierefreiheit. Die Entwicklung bewegt sich mit großen Schritten in Richtung agentischer Workflows, bei denen KI-Assistenten komplexe Landingpages aus Inhaltsbriefings generieren und multivariate A/B-Tests autonom aussteuern.

Generative Engine Optimization (GEO) für Answer Engines

Im Zeitalter von generativen KI-Suchmaschinen wie Google Gemini, Perplexity und SearchGPT reicht traditionelles Keyword-SEO nicht mehr aus. KI-Crawler bewerten Webseiten danach, wie präzise und semantisch strukturiert Informationen aufbereitet sind. Da der Gutenberg-Block-Editor saubere HTML5-Tags und strukturierte Daten generiert, bietet WordPress eine optimale Grundlage, um von LLMs als vertrauenswürdige Primärquelle für Antworten zitiert zu werden.

Data Liberation: Die Rückgewinnung der Datensouveränität

In einer digitalen Wirtschaft, in der geschlossene SaaS-Monopole monatliche Gebühren anheben, Programmierschnittstellen sperren und Unternehmensdaten in proprietären Silos einsperren, gewinnt der Open-Source-Grundgedanke von WordPress eine neue strategische Relevanz. Die 2024 initiierte Data Liberation Initiative zielt darauf ab, den Im- und Export von Inhalten, Webseitenstrukturen und Mediendaten zwischen beliebigen Systemen radikal zu vereinfachen.

Für Entscheider im Mittelstand ist dies die ultimative Absicherung: Sie behalten zu jedem Zeitpunkt die 100%ige Souveränität über Ihr geistiges Eigentum, Ihre Kundendaten und Ihre digitale Markenpräsenz – frei von Vendor-Lock-in-Risiken.

Quick-Check: WordPress im Strategie-Check

Content-Souveränität: Volle Datenkontrolle ohne Vendor-Lock-in durch GPL-Lizenzierung und offene REST/SQL-Strukturen.
Performance-Freiheit: Flexible Wahl zwischen modernem PHP-FSE und blitzschneller Headless-Entkopplung mit Next.js/Astro.
Zukunftssicheres GEO: Semantisch saubere Block-Strukturen für erstklassige LLM-Indexierung und KI-Suchmaschinen.
Enterprise-Sicherheit: Schreibgeschützte Live-Instanzen, WAF-Filterung und professionelle CI/CD-Pipelines.

Fazit: Investitionssicherheit durch Open Source

Die historische WordPress-Timeline belegt eine unvergleichliche Anpassungsfähigkeit. Aus einem einfachen Hobby-Projekt zur Verwaltung persönlicher Tagebucheinträge ist die verlässlichste Säule des weltweiten Internets entstanden. Für Geschäftsführer und IT-Verantwortliche bietet diese Plattform vor allem eines: nachhaltige Investitionssicherheit.

Wer auf WordPress setzt, investiert in ein lebendiges, offenes Ökosystem mit Millionen von Entwicklern weltweit. Ob als klassisches CMS, als E-Commerce-Zentrale oder als modularer Daten-Hub für hochperformante Headless-Frontends: WordPress beweist seit über zwei Jahrzehnten, dass offene Standards und gemeinschaftliche Innovation jeder proprietären Einzellösung überlegen sind.

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Erweitertes Fachglossar

CMS (Content Management System)

Eine Software zur gemeinschaftlichen Erstellung, Bearbeitung und Organisation von Inhalten (Text, Bild, Video) auf Webseiten.

Open Source

Software, deren Quelltext öffentlich zugänglich ist und von Dritten eingesehen, geändert und genutzt werden kann. Meist kostenlos und lizenzgebührenfrei.

Plugin

Ein Zusatzmodul, das die Funktionalität von WordPress erweitert, ohne den Kerncode zu verändern (z.B. für SEO, Sicherheit, E-Commerce).

Theme

Eine Sammlung von Dateien, die das visuelle Erscheinungsbild (Design) einer WordPress-Website bestimmt.

Headless CMS

Ein Ansatz, bei dem das CMS (Backend) vom Frontend (Kopf) getrennt ist. Inhalte werden über eine API an beliebige Ausgabegeräte (Web, App, Smartwatch) gesendet.

Gutenberg

Der moderne Block-Editor von WordPress, der 2018 eingeführt wurde und das Erstellen von komplexen Layouts ohne Code ermöglicht.

REST API

Eine Schnittstelle, die es externen Anwendungen ermöglicht, mit WordPress zu kommunizieren und Daten auszutauschen.

LAMP Stack

Die technologische Basis von WordPress: Linux (Betriebssystem), Apache (Webserver), MySQL (Datenbank), PHP (Programmiersprache).

Alexander Ohl

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